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Archiv für die Kategorie ‘Persönlich’

Derselbe

Verfasst von Markus am 11.02.2009

Selber Himmel, neuer Wind.
Selbe Ewigkeit, neuer Tag.
Selbe Sonne, mal Winter, mal Sommer.
Selber Mond, mal halb, mal ganz.
Selber Weg, nächster Schritt.
Selbes Leben, anderes Abenteuer.

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Hemd und Hose

Verfasst von Markus am 11.02.2009

Hemd zu kurz,
Hose zu lang,
mir selbst freundlich zulächelnd
versuche ich meinen Weg geradeaus zu gehen.

sagt Zen-Meister Ryokan, und so fühle ich mich gerade. Ist das nicht wunderbar?

Was ändert es, dass ich aus der Mode bin, dass andere sich über mich amüsieren, über mich den Kopf schütteln, mich Scheißkerl nennen und mich hassen. Was ändert es, was ändert es an mir?

Ich bin mir selbst mein bester Freund, und der beste Freund ist der eine Mensch in deinem Leben, der dir keine Vorwürfe macht. Bin ich nicht glücklich zu preisen, so einen Freund zu haben?

Geradeaus, hach, was für ein Riesenspaß – geradeaus?! Auf diesem Weg, den ich gehe, kann ich nur stolpern, kreuz und quer. Ach, was schert es mich, dann stolpere ich eben voran. Und falle auch mal auf die Fresse. Dann hilft mein bester Freund mir auf, und zusammen lachen wir wie zwei alberne Kinder, wir können das, wir zwei. Worüber sollte ich mich beschweren? Über meine eigenen Füße?

Mein Leben ist der reine Genuss. Ach, könnte es nur jeder so empfinden wie ich.

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Benjamin Button

Verfasst von Markus am 1.02.2009

Ich gebe selten Filmempfehlungen, aber in diesem Fall muss ich eine Ausnahme machen: „Der seltsame Fall des Benjamin Button“. Unbedingt anschauen!

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Verfasst von Markus am 2.01.2009

Nochmal alles auf Anfang. Reboot.

Ich verstecke mich hinter einer intellektuellen Fassade. Ich dresche Altherrensätze. Ich gehe die Dinge zu verkopft an. Ich gebe vor, zu wissen. Ich nehme Verletzungen anderer in Kauf im Namen einer Wahrheit. Solches bekam ich in letzter Zeit zu hören. Das will ich nicht gern hören, ich bestreite es zuerst. Und trotzdem liegt darin die Wahrheit.

Reboot. Mich selbst neu erfinden.

In Wirklichkeit: Was weiß ich schon? Sokrates sagt: „Was ich nicht weiß, glaube ich auch nicht zu wissen.“ Das möchte ich auch sagen können. Zu oft glaube ich mehr zu wissen, als ich weiß.

Und was ist schon Wissen, benutzt, um mich selber ins rechte Licht zu rücken? Um mir selber glaubwürdiger und wertvoller zu erscheinen? Nur tönendes Erz und lärmende Pauke. Wenn ich die Liebe nicht habe.

Liebe. Wohin? Zu mir. Die Liebe zur eigenen Haut. Sie ist schwer, aber ohne sie? Doch sie will weiter. Die Liebe nicht aufhalten an den Grenzen der eigenen Haut. Noch schwerer? Für mich schon. So viel Angst vor dem Draußen. So viel Traurigkeit. Und doch: „Leben, Leben, Draußensein“, schreibt Rilke kurz vor seinem Tod. Ich will sie lernen, die Liebe.

„Liebe und Freundschaft sind das Bemühen, den Kreis zu erweitern und die verloren gegangene Einheit wiederzufinden“, sagt eine indianische Weisheit.

Das ist der Versuch, wieder einmal neu anzufangen. Ich bitte um Verzeihung all jene, die ich vertrieben, verscheucht, verletzt habe, Lebende und Tote, Brüder, Schwestern, Ahnen. Ich gelobe nichts, weil ich nicht kann. Aber ich will den Kreis zu erweitern suchen. Ich will mehr fragen und weniger wissen. Ich will weicher werden statt schroffer. Traurig bleibe ich vorerst. Aber ich will trotzdem zärtlich sein. Wie das geht? Was weiß ich! Ich will es jedenfalls.

Ich will mich mehr und mehr verbinden mit allem, was ist. Weniger und weniger mein kleines Gesicht wahren, abwenden, verkleiden.

Welt, hier bin ich.

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Noch mehr Rilke

Verfasst von Markus am 8.12.2008

Aus irgendwelchen Gründen habe ich noch eine Rilke-Aufnahme gemacht, die neunte Elegie.

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Ich habe jetzt eine eigene Seite aufgemacht, mit allen Aufnahmen. Wenn es so weitergeht, kommen ja vielleicht noch welche dazu…

Warum Rilke? Das ist schwer zu sagen. Es ist die Sprache. Mir ist so eine Sprache, so eine im ureigensten Sinn kreative Sprache, noch nie zuvor begegnet. Zwischen, unter, hinter den Worten entsteht eine neue Wirklichkeit. Man ist nicht immer aufmerksam genug dafür. Aber manchmal versteht man. Und dann – ist es ein mystisches Erlebnis.

Tatsächlich gibt es nicht wenige, die Rilke für einen mystischen Dichter halten. Ganz ohne Zweifel hat er etwas erfahren, etwas Besonderes, das sich bei ihm unter anderem im Wort „Engel“ ausdrückt.

Rilke hat sich unglaublich verändert im Laufe seines Schreibens. Seine frühen Gedichte, die ich zuerst lieben gelernt habe, atmeten deutlich Romantisches, fin-de-siècle-Stimmung, décadence, Melancholie, Wehmut – sprachlich zum Teil wenig originell. Aber schon der frühe Rilke hat oft die besondere Ahnung.

Dann kam ein spanischer Zwischenfall. Rilke begegnete, sah, was er später den „Engel“ nannte.

Der späte Rilke ist ein souveräner Herr der Sprache. Auch wenn seine Werke unter Mühen entstehen: Seine Sprache hat die Barrieren überschritten. Auch die Barrieren der Verständlichkeit? Vielleicht.

Die Elegien hab ich ebenfalls schon früh kennen gelernt. Aber nichts davon verstanden. Schade, fand ich. Wo sie doch so schön klingen. Wirklich hundertemale habe ich sie gelesen inzwischen, und immer wieder, Stück für Stück, erschloss sich mir etwas. Und das war zugleich etwas in mir selber.

Noch immer gibt es viel zu erschließen…

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