Dass er geboren wurde. Dass er gearbeitet hat. Dass er von Gott erzählt hat. Dass er von Gott geliebt war. Dass er von ihm verlassen wurde. Dass er gestorben ist.
Archiv für die Kategorie ‘Leben und Tod’
Was an Jesus so besonders ist
Geschrieben von Grimm - 5.08.2009
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Vergebung
Geschrieben von Grimm - 7.04.2009
Am Beginn der Vergebung steht die Verzweiflung.
Nach der Verzweiflung kommt die Wut.
Nach der Wut kommt der Hass.
Erst nach dem Hass kommt die Vergebung.
Es ist unmöglich, vorsätzlich zu vergeben.
Man kann nichts überspringen, nicht die Wut, nicht den Hass. Es gibt keine Abkürzung. Du musst durch alles hindurch.
Die Vergebung kommt zu dir. Du machst sie gar nicht. Das Einzige, was du kannst: Sei wach für den Augenblick ihres Erscheinens. Dann gib dich ihr hin.
Veröffentlicht in Leben und Tod, Neues Bewusstsein | 17 Kommentare »
Glück
Geschrieben von Grimm - 24.03.2009
Glück ist nicht das Gegenteil von Unglück.
Sondern das Umarmen meiner Angst vor Unglück.
Glück ist nicht die Abwesenheit von Schmerz.
Sondern das Erlöschen des Wunsches, dem möglichen Schmerz auszuweichen.
Glück ist kein Angekommen-Sein.
Sondern das Ende meiner Anstrengung, jenem Fluss zu trotzen, der schließlich in meinen Tod mündet.
Glück ist Zustimmung, ein leises Kopfnicken des Herzens.
Und es ist in jedem Augenblick genau hier.
Das größte Glück, das du erleben kannst, erlebst du gerade. Du sitzt vor dem Bildschirm, liest, atmest, dein Herz schlägt, deine Augen sehen, dein Herz empfindet, du lebst. Geh nicht weg. Hier ist dein Glück.
Veröffentlicht in Leben und Tod, Neues Bewusstsein | 7 Kommentare »
Die Bestie
Geschrieben von Grimm - 19.02.2009
Alt ist die Bestie, älter als der Mensch, der sie in sich trägt. Aus Vorzeiten steigt sie mir in mein Blut herauf. Vor meinem Denken war sie, vor meinen Wörtern, vor meinen ängstlichen Ängsten.
Jenseits von Gut und Böse ist sie, weder Feind noch Versucher, die gehören zur Welt des Menschen, doch die Bestie nicht.
Meine Knochen sind nicht meine Knochen, sondern ihre, mein Fleisch ist ihres, und mein Denken spaziert arglos über sie hin wie auf dem Rücken eines Urweltgeschöpfes.
Und bisweilen springt sie auf und schüttelt alle Kartenhäuschen von sich, un-vermittelt, un-mittelbar, in-stinktiv, sofort hellwach, bereit zu Verteidigung, Angriff und Tod.
Sperr sie ein, und wie ein Raubtier im Käfig wird sie jeden Tag gefährlicher.
Die Bestie ist mein Wappentier, mein Streitpferd, mein natürlicheres Selbst, meine unbarmherzige Wucht. Sie ist das pure Handeln. Alle Kraft ist die Bestie. Gib ihr die Savanne und lass sie laufen.
Veröffentlicht in Leben und Tod, Neues Bewusstsein, Schamanismus, Transpersonal | 14 Kommentare »
Gewicht
Geschrieben von Grimm - 5.02.2009
Wirf dein ganzes Wesen in die Waagschale deines Daseins.
Nicht nur Stücke davon.
Wirf deine strahlende Gestalt hinein, deine gütigen Hände, dein Lächeln, deine Geduld, dein Vermögen, Schönheit zu sehen und zu erschaffen.
Aber lass deinen Schatten nicht draußen.
Wirf hinein auch deine Wut und Unbeherrschtheit, deinen Drang zu verletzen, deine animalischen Instinkte, deine Gefühle von Angst und Schuld.
Wirf dein ganzes Wesen in die Waagschale deines Daseins.
Damit es nicht zu leicht ist am Ende und du erkennst, dass es kein Leben war.
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Worauf es ankommt
Geschrieben von Grimm - 22.01.2009
Der Buddha sagt:
Wenn ein Mensch von einem Pfeil getroffen wird, was wird er tun? Wird er sich fragen: Was ist das für ein Pfeil, aus welchem Holz ist er gemacht, von wo ist er gekommen, wer hat ihn abgeschossen, warum hier, warum jetzt? Nein, es wird ihm einzig darum gehen, den Pfeil herauszuziehen.
Veröffentlicht in Leben und Tod, Neues Bewusstsein | 8 Kommentare »
Vollmond
Geschrieben von Grimm - 11.01.2009
Gestern war Vollmond. Da ist mir ein Gedicht von Rumi wieder in den Sinn gekommen, dem ich im Benediktushof in Holzkirchen öfters begegnet bin. Es berührt mich jedes Mal, wenn ich es lese, aufs Neue.
“Im Innern dieser neuen Liebe, stirb.
Dein Weg beginnt auf der anderen Seite.
Werde der Himmel.
Richte die Axt wider die Gefängniswand.
Entkomme.
Tritt ins Freie, wie jemand, der plötzlich in Farbe geboren wird.
Tu es jetzt. Du bist von dichten Wolken eingehüllt.
Stiehl Dich seitlich heraus. Stirb und sei still.
Stille ist das sicherste Zeichen, dass Du gestorben bist.
Dein altes Leben war eine fieberhafte Flucht vor der Stille.
Der sprachlose Vollmond kommt eben jetzt hervor.”
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Zwei Wege
Geschrieben von Grimm - 14.12.2008
Es gibt zwei Wege: den yogischen und den tantrischen.
Der yogische: Zieh dich zurück aus den Verstrickungen des Geistes. Werde klaren Bewusstseins. Des Bewusstseins, dass du Gott bist. Meditiere. Bete. Versenke dich in den Urgrund. Werde eins damit. Erkenne deine wahre Natur. Lass alle Täuschung fahren. Löse dich. Werde leidensfrei. Werde nie mehr wiedergeboren. Erkenne deine Unsterblichkeit. So wirst du frei.
Der tantrische: Tauch ein in die Verstrickungen des Geistes. Werde eins mit ihnen. Benutze sie. Gebrauch alles, was du kriegen kannst. Meditiere nicht. Lass dich täuschen und erkenne: Die Täuschung ist nichts anderes als Gott. Dein Körper ist es. Dein verstricktes Bewusstsein. Habe den Mut, ein verblendeter Buddha zu sein. Leide. Erkenne deine Sterblichkeit. So wirst du frei.
Ich wähle den tantrischen Weg.
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Wer bin ich?
Geschrieben von Grimm - 14.12.2008
Meine Haut regeneriert sich mit erstaunlicher Geschwindigkeit, wie man sehen kann, wenn eine Wunde heilt.
Jede Hautzelle wird ersetzt durch eine neue.
Aber das ich noch nicht alles. Jede einzelne Zelle meines Körpers wird im Laufe der Zeit ersetzt, jede noch so kleine Zelle in jedem noch so versteckten Organ meines Körpers. So dass nach ungefähr sieben Jahren (sieben, ja, so erinnere ich mich, es gelesen zu haben) jede der Milliarden Zellen meines Körpers neu ist. Von derselben Art, mit derselben Information, aber nicht dieselbe. Nicht dieselbe.
Wie kannst du da sagen: Mit sechs wurde ICH eingeschult?
Wer wurde eingeschult?
Und was macht dich glauben, DU wärst es gewesen?
Dein Gedächtnis, auch dein instinktives Gedächtnis täuscht dich über die Wahrheit. Die Wahrheit ist: du stirbst in jedem Augenblick. Und wirst in jedem Augenblick neu geboren. In jedem Augenblick.
Veröffentlicht in Leben und Tod, Transpersonal | 9 Kommentare »
Heiliges Leben
Geschrieben von Grimm - 11.12.2008
Zu einem weisen Mann, der in den Wäldern hauste, kam einmal ein Jüngling und sprach: „Meister, Ihr kennt die Geheimnisse von Geburt und Tod und von dem, was dazwischen ist. Sagt mir: Was muss ich tun, um ein heiliges Leben zu führen?“
Der Meister sagte: „Bring mir zunächst einen Zweig vom Baum des Lebens.“
Der Jüngling erschrak und erwiderte: „Meister, wie soll ich das? Ach nein, das vermag ich nicht.“
„So kannst du auch kein heiliges Leben führen“, sagte der weise Mann und widmete sich einer Zigarette.
Der Jüngling ging hinweg, betete, arbeitete, so wie er es immer getan hatte, und gab sich nun noch mehr Mühe als zuvor. Doch wie er ein heiliges Leben führen könne, das wusste er nicht.
Die Frage trieb ihn aber um und um, und eines Tages, einige Jahre später, als er bereits lange kein Jüngling mehr, sondern ein erwachsener Mann war, ging er wieder zu dem weisen Mann:
„Meister, was muss ich tun, um ein heiliges Leben zu führen?“
„Bring mir zunächst einen Zweig vom Baum der Erkenntnis von Gut und Böse“, beschied ihm der weise Mann.
Der einstige Jüngling hatte eine solche Entgegnung bereits befürchtet, erschrak deshalb nicht, wurde stattdessen bekümmert, und im Fortgehen sah er noch, wie der weise Mann seine Aufmerksamkeit einer Zigarette zuwandte.
Der Mann ging nach Hause und wurde erbittert. Er sprach bei sich: „Dieser weise Mann hält mich zum Besten. Ist er überhaupt ein weiser Mann? Warum gibt er keine rechten Antworten, sondern stellt mir unsinnige Aufgaben? Und seit wann rauchen weise Männer Zigaretten? Wenigstens doch Pfeife!“
Der Mann betete, arbeitete wie bisher, doch seine Erbitterung wuchs, und nach vielen Jahren, am Ende seines Lebens war er ganz erfüllt davon und beschloss, noch einmal vor den weisen Mann zu treten.
„Meister“, sprach er mit finster drohender Miene, „was muss ich tun, um ein heiliges Leben zu führen?“
Der Meister antwortete: „Bring mir zunächst einen Zweig von jenem Weidenbaum dort drüben.“
Der Mann war verblüfft und sein Gesicht hellte sich auf. Er lief, so schnell ihn seine alten Beine trugen, zu dem Weidenbaum, brach einen Zweig und eilte damit zu dem weisen Mann zurück.
Der weise Mann bedankte sich mit einer tiefen Verbeugung und streckte den noch feuchten Zweig lange in ein Feuer, das neben ihm brannte. Schließlich war er trocken genug und entflammte. Der weise Mann nahm ihn aus dem Feuer und entzündete sich eine Zigarette.
Nachdem er sie still zuende geraucht hatte, hielt der Besucher es nicht mehr aus:
„Meister!“ rief er. „Sagt mir endlich: Was muss ich tun, um ein heiliges Leben zu führen?“
„Nun musst du nichts mehr tun“, sagte der weise Mann. „Du hast mir einen Zweig vom Baum des Lebens, vom Baum der Erkenntnis von Gut und Böse und von dem Weidenbaum geholt.“
„Ach, Meister“, entgegnete der Mann traurig, „habt Ihr’s vergessen? Vom Baum des Lebens und vom Baum der Erkenntnis von Gut und Böse vermochte ich Euch keinen Zweig zu bringen.“
Der weise Mann hielt den angebrannten Zweig in die Höhe und fragte:
„Und wofür hältst du dies?“
Da geschah im Herzen des Mannes etwas wie das Öffnen einer Faust. Er setzte sich, entzündete sich eine Zigarette, rauchte sie in vollkommener Ruhe zuende und fiel im nächsten Augenblick so belustigt wie tot zu Boden.
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