Arglosigkeit
Verfasst von Markus am 10.07.2009
Arglosigkeit ist nicht Dummheit.
Arglosigkeit ist Freiheit von Vorstellungen und Bildern. Dummheit ist das Festhalten daran.
Arglosigkeit ist das Zulassen der eigenen Ahnungslosigkeit. Dummheit ist deren Leugnung.
Dummheit ist die Weigerung und Arglosigkeit ist die Bereitschaft, genauer hinzusehen. Die Bereitschaft, sich überraschen zu lassen, im Guten oder Schlechten. Sie ist Bereitsein zur Enttäuschung, und sie tut weh.
Arglosigkeit ist das Fundament deiner Entdeckerfreude, der Neugier, die du als Kind hattest, deiner Fähigkeit, alles neu und unmaskiert zu betrachten, deiner Kreativität.
Sie ist deine beste Kraft.
Mailin sagte
Geht das denn? Kann man „arglos“ leben, wie du es nennst, ohne den Boden unter den Füßen zu verlieren, ohne tagtäglich am eigenen Unwissen zu verzweifeln? Kann man das aushalten, sich gegenüberzustehen ohne Vorurteile? Vielleicht, wenn man es einmal ist, wenn man einmal jene Gelassenheit in sich verspürt, jene Stärke. (Verbesser mich bitte, wenn es nicht passt)
Aber mehr interressiert mich eigentlich das: Wie kommt man da wieder hin?
Und: Ist Langeweile mit Arglosigkeit vereinbar, gibt es das noch, wenn man alles unvoreingenommen, neu anschaut?
Wie gehe ich um mit dem Wissen, das ich nicht habe?
Markus sagte
Ich weiß nicht, ob man sein ganzes Leben arglos leben kann. Darum geht es vielleicht nicht. Es geht darum, immer wieder arglos zu werden.
Wie man da hin kommt? Auch das weiß ich nicht. Ich weiß es wirklich nicht.
Wissen ist nur Erinnerung. Leben ist das, was geschieht.
Mailin sagte
Danke.
derwo sagte
Ich glaube, Arglosigkeit bedeutet auch, nicht zu interpretieren, was geschieht.
Und das ist Vertrauen.