grimmblog

was markus grimm bewegt

Schmerz

Verfasst von Markus am 21.06.2009

Dein Schmerz ist dein tieferes Selbst. Dein treuster Gefährte, dein bester Freund. Was wärst du ohne ihn? Er lässt dich dein Leben erkennen. Er möge dich immer begleiten.

Auch deine Freude lässt dich dein Leben erkennen. Doch dein Schmerz ist klarer, denn er ist immer nur Schmerz über die Wunde, nicht mehr, nicht weniger. Freuen kannst du dich über die Schönheit, aber auch über den Schmerz anderer und deine eigene Schmerzlosigkeit. Lass dich von deiner Freude nicht täuschen. Im Schmerz bist du näher an dir.

Doch verwechsle deinen Schmerz nicht mit deinem Leid. Dein Leid ist deine Verweigerung des Schmerzes. Dein Leid möge weichen, nicht dein Schmerz. Iss ihn auf, und lass ihn essen, verwandle dich und ihn in Liebe.

4 Antworten zu “Schmerz”

  1. wessnet sagte

    Oder wie sagt Woody Allen:

    „Das Leben ist voller Leid, Krankheit, Schmerz – und zu kurz ist es übrigens auch.“

  2. derwo sagte

    Urteilen kann ich bislang nur über den körperlichen Schmerz. Ihn habe ich kennen gelernt; so genau, so unmittelbar, dass sein Empfinden irgendwann nach außen trat und zusehen konnte.

    Der Schmerz zeichnet den Körper in den Raum, wie Sand, geworfen auf einen Unsichtbaren.
    Schmerz terminiert ihn, lässt den Teil des Köpers sein, der vorher nur da war als schlichte Form.
    Und was ist analog dazu Schmerz, den wir im Innern empfinden?
    Gibt es diese Analogie?
    Der Schmerz, der Verlassenheit, Verlust, Enttäuschung gleichsam in den Raum zeichnet als Teil von uns, aber nicht als uns Selbst?

    Warum scheint der innere Schmerz drängender, zwingender, identischer als der Äußere?
    Sind dafür nur die Augen ursächlich, die eine Distanz zu unserem Arm, unserem Bein wahrnehmen? Oder das Gehirn, das sich hinter den Augen verortet und nicht im Knie?

    Der körperliche Schmerz ist eine biologisches Indiz für Versehrtheit, das heißt eine Warnung vor Beeinträchtigung der Funktionsweise.
    Der innere Schmerz ist ähnlich und doch anders. Er ist das Gefühl der Distanz zu etwas, das wir zu brauchen glauben.

  3. Markus sagte

    Wieso glauben wir nur, es zu brauchen? Brauchen wir nicht wirklich Liebe, um zu leben?

  4. derwo sagte

    Ja, die brauchen wir.

    Die im eigenen Inneren.
    Die von außen nicht.

Eine Antwort schreiben

XHTML: Du kannst diese Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <pre> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>