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Hemd und Hose

Geschrieben von Grimm - 11.02.2009

Hemd zu kurz,
Hose zu lang,
mir selbst freundlich zulächelnd
versuche ich meinen Weg geradeaus zu gehen.

sagt Zen-Meister Ryokan, und so fühle ich mich gerade. Ist das nicht wunderbar?

Was ändert es, dass ich aus der Mode bin, dass andere sich über mich amüsieren, über mich den Kopf schütteln, mich Scheißkerl nennen und mich hassen. Was ändert es, was ändert es an mir?

Ich bin mir selbst mein bester Freund, und der beste Freund ist der eine Mensch in deinem Leben, der dir keine Vorwürfe macht. Bin ich nicht glücklich zu preisen, so einen Freund zu haben?

Geradeaus, hach, was für ein Riesenspaß – geradeaus?! Auf diesem Weg, den ich gehe, kann ich nur stolpern, kreuz und quer. Ach, was schert es mich, dann stolpere ich eben voran. Und falle auch mal auf die Fresse. Dann hilft mein bester Freund mir auf, und zusammen lachen wir wie zwei alberne Kinder, wir können das, wir zwei. Worüber sollte ich mich beschweren? Über meine eigenen Füße?

Mein Leben ist der reine Genuss. Ach, könnte es nur jeder so empfinden wie ich.

7 Antworten zu “Hemd und Hose”

  1. inge sagte

    es gibt aber schon menschen, die sich selbst vorwuerfe machen, da gehoerst du aber offensichtlich nicht dazu.

  2. Markus sagte

    Was soll man sich vorwerfen? Dass man so ist, wie man ist? Damit wirft man sich am Ende sein schieres Dasein vor. Oh, früher hab ich mir vieles vorgeworfen, vor allem meine Existenz. Jetzt nicht mehr.

  3. inge sagte

    Wie bist Du dazu gekommen, dass Du Dir keine Vorwürfe mehr macht? Interessiert mich echt.

  4. Markus sagte

    Das ist eine einfache Frage, die schwer zu beanworten bist. Mal sehen…

    Vielleicht erst mal, was mich nicht weitergebracht hat: Vorsätze. denn der Vorsatz, sich keine Vorwürfe zu machen, ist selber ein versteckter Vorwurf. Und versteckte Vorwürfe sind die schlimmsten.

    Alles, was mit Anstrengung zu tun hat, führt nicht weiter, im Gegenteil, es verfestigt den Vorwurf. Es geht um Entspannung!

    Es ist schwer, das auf eine einzige Ursache zurückzuführen. Es ist ein langer Weg gewesen, auf dem ich mehr und mehr gelernt habe, mich selber anzunehmen, wie ich bin. Ein Weg in die Autonomie. Die wesentlichen Stationen in diesem Zusammenhang: Zen-Meditation, Holotropes Atmen und wieder Zen. Und im Gefolge dessen geriet ich in Lebenssituationen, die mir nach und nach mein Gefühl, falsch zu sein, genommen haben. Denn genau das ist der Ursprung des Vorwurfs: das tiefsitzende Gefühl, irgendwie falsch zu sein.

  5. wessnet sagte

    Wie gerade angeregt: Mach dazu bitte mal einen laaaangen Post, sonst versteht man das nicht richtig. Ich habe wieder a bisserl mehr verstanden, was du meinst.

  6. inge sagte

    Danke erstmal, Markus.

  7. Pena Nursta sagte

    Ich bemerke jetzt in diesem Moment dass ich markusgrimm.wordpress.com wesentlich häufiger aufrufen sollte :-) – da kommt der Leser echt auf krasse Einfälle

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