Verfasst von Markus am 28.11.2008
Ich sitze hier in einem Lokal in der Stadtmitte von Würzburg. (Ja, das ist wie beim Handy, wo man auch immer erst einmal sagt, wo man sich grade befindet.) In Würzburg herrscht heute Abend Ausnahmezustand, denn heut ist „lange Einkaufsnacht“ – ein kleiner Vorgeschmack auf die sog. Weihnachtszeit, die in Wirklichkeit eine Adventszeit ist, aber der Unterschied existiert im sog. Einzelhandel schon lange nicht mehr, nicht einmal mehr der Unterschied zwischen Spätsommer und Weihnachtszeit.
Und jetzt gibt es also zwei Möglichkeiten: den alljährlichen, alljährlich sich verschärfenden Irrsinn beklagen, sich davon entsetzt, empört, kopfschüttelnd abgrenzen. So hab ich es immer gehalten, und mit einigem Recht, nicht wahr. Oder: das Unglaubliche akzeptieren, dass das hier nichts anderes ist als das pure Menschsein. Hast du etwa geglaubt, Markus, das hier seien keine Menschen, die sich hier zusammenquetschen und durcheinanderschieben, die diese unsägliche Musik aus überdimensionierten Boxen erschallen lassen? Oh ja, das sind Menschen! Das ist Menschsein!
Heute Abend akzeptiere ich, das Bier vor mir mag es mir erleichtern, aber das schadet nichts. Ich kann akzeptieren. Das ist ein kleines Wunder. All diese Energie, die mir zuwiderläuft, ist trotzdem Energie. Starke Energie, menschliche Energie. All diese Energie – nimm sie auf, wehre dich nicht mehr dagegen, sauge sie in dich hinein, mit dem Duft von Glühwein und Bratwurst. Nichts daran ist verkehrt. Es ist die Energie des Kosmos, es gibt keine andere. Es ist – wun..? der..? bar..?
Ja, das ist es, aber es ist nicht wunderbar an der Oberfläche. Es ist wunderbar als Potenzial, als Ausdruck des Menschlichen. All das kann dich ebenso berühren wie ein Gedicht, ein Lied. Du musst nur akzeptieren, dass! Du! Das! Bist!
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Verfasst von Markus am 28.11.2008
Tausend Wege: Der Weg des Zen, der Kontemplation, des Kriegers, des Yoga, des Tantra, des Christen, des Autos, des Sonnenbadens, des Weines… Tausend Wege.
All das ist der Weg des Menschen.
Immer mehr komme ich zu der Ansicht, dass das Menschsein, das schiere Existieren in menschlicher Form, als Weg neu gewürdigt werden muss. Tausend Wege mögen hilfreich sein – wofür? Um auf den Weg des Menschen zu bringen, das Bewusstsein für unser Hiersein zu wecken.
Klingt das unbehaglich? Ja, denn zum Menschen gehört vieles, was wir für dunkel halten, was versteckt bleiben muss: Gewalt und Angst zum Beispiel. Aber der Weg des Menschen umfasst auch das.
Der Weg des Menschen, scheint mir, ist der Weg, alles zu nehmen, das Geliebte und das Gefürchtete, und es zu verwandeln. Wir können das.
Es ist unsere einzige Rettung.
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Verfasst von Markus am 23.11.2008
Die Welt ist eins. Sie war schon immer eins. Wir haben es nicht erkannt. Jetzt beginnen wir zu erkennen.
Die Technik hilft uns dabei. Mit ihr haben wir unglaubliche Fähigkeiten erworben. Wir können binnen Stunden die Erde umkreisen, wir können jeden Felsen sehen, wir reden mit Menschen auf der Rückseite der Welt. Das menschliche Wissen, es ist uns zugänglich, der menschliche Glaube, wir können ihn lernen. Fremde Kulturen, ferne Zeiten, alles breitet sich vor uns aus. Die Türen öffnen sich.
Aber wir treten nicht ein. Wir erkennen nicht. Wir folgen dem alten Paradigma: divide et impera – teile und herrsche. Wir wollen trennen und kontrollieren. Wie lange noch?
Wir: zwischen Über- und Unterschätzung unserer selbst. Wir überschätzen unsere Fähigkeiten, die Welt zu steuern. Wir unterschätzen unsere Fähigkeiten, uns mit der Welt zu verbinden. Dabei ist alles bereit für die Große Verbindung. Wir sind die Brückenbauer.
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Verfasst von Markus am 19.11.2008
Unterwegs
Allein in der Ferne
Ich mache meinen Freischwimmer
Im All
Ertrinken und Erwachen
Angst und Freiheit
Jedes Gefühl
Jede Träne im Kosmos
Alles durchquert mich
Sei ohne Furcht
Sterben ist einfach
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Verfasst von Markus am 18.11.2008
Ich bin in der Planung eines Projekts zum Jahrestag der Zerstörung Würzburgs am 16.03.45. Die Stadt wurde dabei innerhalb von 20 Minuten zu 90 Prozent zerstört, schätzungsweise 5000 Menschen kamen ums Leben, genaue Zahlen weiß man nicht, weil Würzburg eine Lazarettstadt mit vielen ungemeldeten Personen war.
Es soll keine Zeitzeugen-Geschichte werden, so was gibt es schon. Obwohl es natürlich immer wieder berührend sein kann. Ich will aber etwas machen, das mit der gegenwärtigen Situation zu tun hat. Mit dem Gefühl, das mich öfters beschleicht, wenn ich durch Würzburgs Straßen gehe: dass hier etwas nicht stimmt, weil hier etwas verborgen liegt, zugedeckt, schnell überbaut, das noch nicht abgeschlossen ist. Eine traumatisierte Stadt.
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Verfasst von Markus am 17.11.2008
Sämtliche Texte auf dieser Seite – wie auch die anderen Texte auf meiner Homepage – können, dürfen, sollen kommentiert werden.
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Verfasst von Markus am 16.11.2008
Was geschieht in der Welt, bei den Menschen, in unserer sog. Zivilisation? Alles ist verwoben. Wo in diesem Gewebe stehe ich? Das habe ich in meiner Denkschrift „Neues Bewusstsein“ zu bestimmen versucht. Hinterlasst Kommentare bitte auf der Seite zur Denkschrift.
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Verfasst von Markus am 16.11.2008
Die zweite Vorstellung des bei der Premiere so kontrovers aufgenommen Stücks ist über die Bühne gegangen. Vielleicht weniger kontrovers? Weil ich gefälliger gespielt habe? Weil die Leute wussten, was auf sie zukommt? Hm… Danach gabs noch die Möglichkeit zum Gespräch, die auch von vielen genutzt wurde. Für mich ein sehr guter Gedankenaustausch, ein hilfreicher. Ich bin neugierig, wie sich das Stück weiter entwickelt, denn klar ist: Die Gestalt rundet sich zwar irgendwann, unveränderlich aber wird sie nie. So etwas wie Unveränderlichkeit existiert nicht…
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